Für Dich, Mama — ganz ohne komplizierte Technik. Nur die schönen Zusammenhänge: Was fliegt eigentlich über unseren Köpfen? Warum? Und was davon kannst Du sogar mit bloßem Auge sehen?
Wenn Du an einem klaren Abend nach oben schaust, ziehen manchmal winzige Lichtpünktchen in einer Reihe über den Himmel — ganz gleichmäßig, wie eine Kette von Perlen. Das sind keine Sterne und keine Flugzeuge. Das sind Satelliten: kleine Maschinen, die um die Erde kreisen und für uns arbeiten, während wir schlafen. Komm, ich zeig Dir ihre Welt.
Stell Dir den Himmel wie ein hohes Wohnhaus vor. In den verschiedenen Stockwerken wohnen verschiedene Satelliten — und wer wo wohnt, hat einen guten Grund.
Ganz unten, gleich über den Wolken, sausen die flinken herum: die, die uns das Internet bringen. Sie fliegen tief, damit alles schön schnell geht — so wie man sich im selben Zimmer leichter zuruft als über einen weiten Hof.
Ganz oben aber, viel, viel höher, hängen die Fernseh-Satelliten. Und die machen etwas Verblüffendes: Sie stehen scheinbar völlig still am Himmel. Deshalb kann die Satellitenschüssel am Haus einfach fest auf einen Punkt zeigen und muss nie nachgedreht werden. Wie praktisch!
Wie hoch wohnt wer?
Die Fernseh-Satelliten oben wohnen ungefähr 60-mal so hoch wie die Internet-Satelliten unten.
Als die Raumstation MIR ihre Runden zog, war so ein Punkt am Himmel noch eine kleine Sensation.
An manchen Abenden ziehen ganze Perlenketten aus Lichtern über den Himmel.
Es werden noch viel mehr — der Himmel wird immer belebter.
Die Sonne wärmt uns nicht nur — sie sendet auch ununterbrochen einen feinen, unsichtbaren „Wind" aus winzigen Teilchen zu uns. Zum Glück hat die Erde einen unsichtbaren Schutzschirm um sich, wie einen riesigen Regenschirm. Er lenkt das meiste sanft an uns vorbei.
Ganz weit oben, wo die Satelliten fliegen, ist von diesem Schutz weniger übrig. Deshalb müssen die kleinen Maschinen dort besonders robust gebaut sein — ein bisschen wie ein guter Wintermantel, der die kalten Böen abhält.
Wo Menschen sind, bleibt auch mal etwas liegen — sogar im Weltall. Über die Jahrzehnte haben wir dort oben allerlei Krümel hinterlassen: alte, ausgediente Satelliten und lauter Kleinkram.
Aber die Natur räumt mit auf! Ganz unten zieht ein Hauch von Luft alles nach und nach wieder herunter, wo es harmlos verglüht — so wie der Wind im Herbst das Laub vom Hof fegt. Nur ganz oben bleibt liegen, was liegt.
Manchmal fragt man sich: Könnte nicht jemand so einen Satelliten einfach kaputtmachen? Im Prinzip schon. Nur — es wäre furchtbar unklug.
Denn ginge einer zu Bruch, gäbe es einen Regen aus tausend Splittern, und der würde alle Satelliten bedrohen — auch die eigenen. Es wäre, als würde man den Ast absägen, auf dem man selbst sitzt. Der Himmel gehört eben allen ein bisschen. Und das ist auch gut so — es hält uns friedlich.
Weißt Du noch? Erinnerst Du Dich an das gute alte Wählscheiben-Telefon — dieses Rattern, wenn die Scheibe zurücklief, und das geduldige Warten aufs Freizeichen? Wie weit wir seither gekommen sind!
Wählscheibe, Kabel an der Wand, und man rief laut: „Für Dich!"
In Gegenden ganz ohne Kabel fällt das Internet vom Himmel — direkt vom Satelliten.
Dein Handy spricht direkt mit einem Satelliten — selbst dort, wo weit und breit kein Funkmast steht.
Nach oben getragen wird alles von Raketen — feuerspeienden Riesen, die mit Getöse gen Himmel steigen. Ein großartiges Schauspiel.
Jede Rakete flog nur ein einziges Mal — danach war sie weg. Als würfe man das Auto nach einer Fahrt fort.
Die Raketen landen wieder — sanft und aufrecht — und fliegen bald darauf erneut.
Vielleicht werden Dinge sogar einmal vom Mond aus ins All geschleudert.
Zum Schluss das Erstaunlichste, das gerade beginnt: Es gibt eine ganz besondere Flugbahn, auf der ein Satellit immer auf der Sonnenseite bleibt — ein ewiger, goldener Sonnenuntergang, ganz ohne Nacht.
Dort oben will man bald Rechenmaschinen hinstellen, die ihre ganze Kraft allein aus dem Sonnenlicht ziehen — Tag und Nacht, ohne je Pause zu machen. Denkende Helfer, die von nichts als Sonne leben. Findest Du das nicht auch ein bisschen wunderbar?
Und weißt Du, was das Allerschönste ist? Von dort oben schauen die kleinen Helfer auf uns herunter — und machen dabei Bilder von unserer Erde, wie man sie von hier unten niemals zu sehen bekommt. Schau mal (zum Vergrößern einfach antippen):
All diese Bilder darfst Du übrigens behalten, anschauen und ausdrucken — sie gehören uns allen. Und wenn Du noch mehr sehen möchtest, gibt es hier eine ganze Galerie voller Fotos.
Zum Schluss ein paar kurze Filmchen — einfach auf das kleine ▶ tippen (und ruhig die Lautstärke aufdrehen):
Und wenn Du magst, kannst Du dem All sogar live zuschauen:
Wenn Du das nächste Mal abends nach oben schaust und ein Lichtpünktchen still dahinzieht — dann weißt Du jetzt: Da oben ist ganz schön was los. Und das meiste davon ist am Ende dafür da, dass es uns hier unten ein bisschen leichter, sicherer und näher beieinander geht. 🌍✨